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Sonderausstellung „Materialbilder Objekte Zeichnungen“ - Museum Aldingen

Sonderausstellungen „Materialbilder  Objekte  Zeichnungen“ von Angela M. Flaig – Josef Bücheler20. März bis 15. Mai im Museum Aldingen und in der Galerie im Altbau

Ab Sonntag, 20. März 2022, zeigt das Museum Aldingen in Kooperation mit der Galerie im Altbau Werke der Künstlerin Angela M. Flaig und des Bildhauers Josef Bücheler.
Zur gemeinsamen Ausstellung bietet das Museum ein Begleitprogramm mit Vorträgen zur Kunst und Kunstgeschichte. Kinder und Jugendliche können sich für zwei Projektnachmittage zum Thema „Kunst aus der Natur“ anmelden.

Hier gelangen Sie zum Flyer ((496,4 KB))

Angela M. Flaig – Nature Art im Museum

Geduldig sammelt Angela M. Flaig Samen von Löwenzahn, von Weidenröschen, Huflattich, von Pflanzen, Sträuchern und Bäumen. Geduldig ordnet sie tausende winziger Samenschirmchen zu geometrisch geordneten Reliefs oder Plastiken. Mit sehr viel Ruhe und einfühlsamer Konzentration führt Angela M. Flaig in ihren Arbeiten ein stilles Gespräch mit der Natur.
Das Ergebnis sind exakte Quadrate, Kreise, Würfel, Halbkugeln, Zylinder, Säulen oder Schalen, geformt aus oft unendlich vielen, federleichten Pflanzensamen.

Mit ihren zarten Arbeiten verbindet Angela M. Flaig Natur mit Kultur, webt Natur in ihre Kunst ein, ohne über die Natur zu walten. Sie selbst sagt zu ihrem
Werk: „Wachsen und Verändern, Werden und Vergehen sind Intentionen meiner Objekte und Zeichnungen“.

Angela M. Flaig ist 1948 in Schramberg geboren. Nach pädagogischem Studium in Rottweil, arbeitete sie als Lehrerin. Zusammen mit Josef Bücheler lebt sie in Rottweil-Hausen.
Ihre Werke sind in privaten und öffentlichen Sammlungen.

Josef Bücheler – Arte Povera in der Galerie

Für seine Plastiken verwendet Josef Bücheler einfachste Materialien, wie buntes Illustriertenpapier oder alte Zeitungen, dazu Leim, Weidenzweige, Seile, Kalkzement, Erde und Asche. Auf Bäumen oder im Freien erinnern seine raumgreifenden Werke an Segel oder Flügel und verweisen vielleicht symbolisch auf Träume oder eine weitere, immaterielle, geistige Welt.

Als Objekte im Raum oder an der Wand lassen die Plastiken an schützende Mäntel, Kapuzen, Zelte, Kanus oder Schneeschuhe denken,manchmal auch an Kreuze. Gereiht an Haken, von der Decke hängend, wecken diese Arbeiten zuweilen schreckliche Assoziationen.

Josef Büchelers Zeichnungen sind genau genommen Reliefs. Der Künstler bearbeitet mehrere Lagen festen Büttenpapiers mit einem Graphitstift so lange und intensiv, bis das Papier von Lage zu Lage aufreißt, ja geradezu aufplatzt. Es ist wie eine beharrliche Suche durch mehrere Papierschichten nach dem, was dahinter liegt, nach einem ‚den Dingen auf den Grund gehen‘. „Materialität und Immaterialität bilden die Pole meiner Arbeit“, sagt Josef Bücheler.

In seinem Werk begegnet die Persönlichkeit des Künstlers: Wahrheit ist für ihn ein zentraler Begriff. Josef Bücheler, 1936 in Wiesbaden geboren, lernte von 1951 bis 1954 Tapezierer und Polsterer, nahm Zeichenunterricht, ging von 1957 bis 1959 in eine Lehre als Kunstglaser und Glasmaler und lernte in der Werkkunstschule in Wiesbaden. 1959 trat er ein Noviziat in der Benediktinerabtei St. Matthias in Trier an.

1965 zog Josef Bücheler nach Rottweil, unterrichtete an der Maximilian-Kolbe-Schule Technik und Werken. Zwischen 1979 und 1981 arbeitete er als Entwicklungshelfer in Bangladesch. Dort begegnete er einer quälenden, alltäglichen Armut, deren Eindrücke seine Werke maßgeblich beeinflusst haben.

Josef Bücheler erhielt u.a. den Erich-Heckel-Preis. Er lebt und arbeitet zusammen mit seiner Ehefrau Angela M. Flaig in Rottweil-Hausen.

Begleitprogramm – Vorträge und Mitmach-Angebot für Kinder und Jugendliche
Freitag, 8. April 2022, 20.00 Uhr: „Die Kunst liegt in der Natur“, Vortrag mit Lichtbildern von Dr. Antje Lechleiter

Die Natur mit ihrem immerwährenden Kreislauf von Werden und Vergehen verfügt über eine unerschöpfliche Vielfalt an Formen und Farben. In der bildenden Kunst kommen seit den 1960er Jahren und mit dem Aufkommen der Ökologiebewegung verstärkt Naturmaterialien zum Einsatz. Der Vortrag präsentiert verschiedene Positionen, in denen es nicht um das Abbild von Natur oder Landschaft geht, sondern deren Erzeugnisse selbst bildwürdig wurden.
Vorgestellt werden Werke aus Flugsamen, Körnern, Kapseln, Zweigen, Filz, Bienenwachs, Obst und Pollen. Sie lenken den Blick auf die Bedeutung, Schönheit und Kostbarkeit dessen, was die Kraft der Natur hervorbringt. Der Schwerpunkt der Auswahl liegt auf Werken von Künstlerinnen und Künstlern, die im Südwesten Deutschlands leben und arbeiten.

Dr. Antje Lechleiter studierte an den Universitäten Würzburg und Freiburg Kunstgeschichte, Kulturanthropologie, Europäische Ethnologie und Klassische Archäologie. Nach ihrem Examen promovierte sie 1993 bei Dr. Hans H. Hofstätter über „Die Künstlergruppe »Badische Secession«. Geschichte, Leben und Werk ihrer Maler und Bildhauer.“ Von 1993 bis 1999 leitete sie das Markgräfler Museum in Müllheim/Baden. Anschließend war Sie für die New Yorker Galerie Serge Sabarsky und auf der Art Cologne tätig. Seit 2001 ist sie freie Kunstkritikerin bei der Badischen Zeitung, forschte für das Werkverzeichnis des Pop-Art Künstlers Werner Berges, lehrte an der Hochschule für Grafik-Design und bildende Künste in Freiburg sowie an weiteren Institutionen, arbeitet als Kuratorin und Autorin.

Der Vortrag findet im Museum Aldingen in der Alten Hengstler-Fabrik statt. Der Eintritt ist frei.

Freitag, 29. April 2022, 20.00 Uhr: „»Wagnis Baum« - Vom Schnitzaltar bis zu den 7000 Eichen“, Vortrag mit Lichtbildern von Dieter Brunner

Ab Mitte der 1980er Jahre beginnt Josef Bücheler die Arbeit an einer neuen Werkgruppe, dem „Wagnis Baum“. Seine über 60 Papierinstallationen in lebenden und geschlagenen Bäumen sind Ausgangspunkt des Vortrags.

Vom Nutzmaterial Holz, beispielsweise beim Haus- und Schiffsbau, über das Material für Kultobjekte in den unterschiedlichen Religionen der Welt (Masken, Trommeln, Altäre) schlägt Dieter Brunner den Bogen bis hin zur Wiederentdeckung des Materials „Holz“ für die Kunst im 20. Jahrhundert, z.B. bei den bekannten Künstlern Ernst Barlach, Henry Moore oder Georg Baselitz.

Thema ist nicht nur der Baum als Lieferant für das Kunstmaterial Holz, sondern auch der lebende Baum im Kontext von künstlerischen Aktionen z.B. bei der Land Art, bei der Spurensicherung, bei der Arte Povera oder auch bei Joseph Beuys. Ein besonderes Augenmerk gilt der Holzskulptur im deutschen Südwesten und dem Werk von Franz Bucher, Franz Bernhard, Rudolf Wachter oder Werner Pokorny. Sie und weitere Bildhauer aus der Region haben mit ihren Objekten und Installationen wichtige Beiträge zur zeitgenössischen Kunst geleistet.

Dieter Brunner studierte Kunstgeschichte an der Universität Stuttgart und Bildhauerei an der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste. Seit 1982 verfasste Dieter Brunner zahlreiche wissenschaftliche Veröffentlichungen zur Kunst, u.a. zur Skulptur nach 1900. Von 1992 bis 2014 war Dieter Brunner Ausstellungsleiter der Städtischen Museen Heilbronn. Er organisierte wichtige Kunstausstellungen u.a. zu den Bildhauern und Künstlern Henry Moore, Arnulf Rainer Penck, Katsura Funakoshi,Auguste Rodin, Julio González, Ah Xian sowie Themenausstellungen zur zeitgenössischen Skulptur.

Samstag, 14. Mai 2022, 14.00 bis 17.00 Uhr: „Filigran und federleicht“ – Kunst aus der Natur für Kinder und Jugendliche mit dem Künstler Hans-Uwe Hähn

Zuerst lassen wir uns von den Arbeiten der Künstlerin Angela Flaig in der Ausstellung im Museum anregen. Dann geht’s hinaus in die Natur: Blätter und Blüten sind überall vorhanden in der Landschaft des Frühsommers. Zuerst geht ihr dort sammeln und sortieren, sucht Federleichtes zum Gestalten eurer Naturbilder. Freilich dürft ihr auch eigene, schon selbst gesammelte Materialien aus der Natur mitbringen. Frei nach der Kunst von Angela Flaig können diese Bilder zwei oder auch dreidimensional sein, jedenfalls brauchen wir einige Zeit zum Vorbereiten der Rahmen und Kästchen, in denen die pflanzlichen Materialien zur Geltung kommen. Wenn es die Nachmittagssonne gut meint, bleiben wir die ganze Zeit draußen und schaffen im Museumsgarten. Hans-Uwe Hähn war Leiter der Jugendkunstschule Tuttlingen und ist ein bekannter Holzschnittkünstler.

Ort: Museum Aldingen, Alte Hengstler-Fabrik und Museumsgarten. Die Teilnahme an dieser und der folgenden Veranstaltung ist von 7 bis 17 Jahren möglich und kostenfrei. Bitte vorher bei Dietmar Burkert auf der Gemeinde Aldingen telefonisch anmelden Tel.: 07424/882-15 oder beim Museum über E-Mail bei Roland.Heinisch@Aldingen.de

Sonntag, 15. Mai 2022, 14.00 bis 17.00 Uhr: „Räume für Bäume“ – Kunst aus der Natur für Kinder und Jugendliche mit dem Künstler Hans-Uwe Hähn

Äste, Zweige, Seile und Papier, jedes Material bringt Eigenarten und Möglichkeiten mit, welche wir zu erstaunlichen Formen verbinden werden. Eure Fantasie ist gefragt und auch die Lust am Werken mit ärmlichen Naturmaterialien. Biegen, brechen, verbinden, umhüllen und beschichten, diese Arbeitsschritte – abgeleitet von der Kunst Josef Büchelers – sind einfach und doch vielgestaltig für den Bau von wetterfesten Objekten. So gelingt euch eine ganz persönliche Annäherung an die Welt der Bäume. Wir besuchen auch die Ausstellung der Arbeiten von Josef Bücheler in der Galerie im Altbau. Bei angenehmem Wetter arbeiten wir im Museumsgarten. Hans-Uwe Hähn war Leiter der Jugendkunstschule Tuttlingen und ist ein bekannter Holzschnittkünstler.

Ort: Museum Aldingen, Alte Hengstler-Fabrik und Museumsgarten. Die Teilnahme an dieser und/oder auch an der Veranstaltung des Vortags ist von 7 bis 17 Jahren möglich und kostenfrei. Bitte bei Dietmar Burkert auf der Gemeinde Aldingen telefonisch anmelden Tel.: 07424/882-15 oder beim Museum über E-Mail bei Roland.Heinisch@Aldingen.de

Öffnungszeiten des Museums und der Galerie im Altbau, freier Eintritt

Das Museum Aldingen, Hauptstraße 69, ist während der Ausstellung Angela M. Flaig – Josef Bücheler „Materialbilder  Objekte  Zeichnungen“ vom 20. März bis zum 15. Mai 2022 an jedem Sonntag, von 14.00 bis 17.00 Uhr, geöffnet. Die nur 150 Meter aufwärts liegende Galerie im Altbau, Uhlandstraße 32, ist von Donnerstag bis Sonntag von 14.00 bis 18.00 Uhr geöffnet. Am Ostersonntag ist die Galerie im Altbau geschlossen. Führungen und Besuche sind nach Vereinbarung möglich. Der Eintritt in die Ausstellungen im Museum und in der Galerie ist unter Beachtung der geltenden Corona-Regeln frei. Wir freuen uns auf Ihren Besuch!